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Wie schön, dass Du da bist!

Hier in „bug&bee“ schreibe ich über unsere Erlebnisse als deutsche Expats in Ann Arbor, Michigan (und manchmal auch Valencia, Spanien). Und über meine leidenschaftlichen Versuche, mich dem Thema Nähen und Quilten von allen denkbaren Seiten zu nähern.

Ich – das ist: Nico, Fünfzigplus, Mutter dreier meistens wundervoller Mädchen zwischen Prä- und Pubertier, glücklich verheiratet mit dem besten Mann der Welt, gelernte Psychologin und lernende Quilterin.

Dich möchte ich teilhaben lassen an meinen Versuchen, die manchmal ermunternd sind, manchmal irgendwie eher nicht. Das scheinbar banale, für mich jedoch zentrale Ding (und hier ist einer der Schnittstellen zwischen meiner Näherei und dem Leben in Amerika) ist: Es ist nicht existentiell, wie meine Werke aussehen. Die Nähte müssen nicht super gerade sein. Es geht auch mit Slalom-Nähten. Perfektionismus ist der natürliche Fressfeind von Spaß. Und da ich den haben und sogar vermitteln möchte, muss ich mich von der alten Gewohnheit, immer alles besonders richtig machen zu wollen, verabschieden. Gibt Schlimmeres? Ja. Und außerdem: bei kaum etwas können Amerikaner besser helfen, als bei diesem Vorhaben: Machen statt zweifeln.

Das Thema ‚Quilt‘ ist hier ein großes. Mich fasziniert so viel daran. Zu-aller-aller-erst die Atmosphäre unter Quilterinnen. Die ist besonders, jedenfalls so, wie ich es bisher erlebt habe. Unterstützend, wohlwollend, wertschätzend, hilfsbereit – und unglaublich lustig.
Quilts bedeuten für mich: Menschen, Geschichte und Geschichten, Traditionen, geografische Besonderheiten, Techniken, Stile, Politik – und Liebe. Eine ganze Welt in einem Stück Stoff.

Und diese Faszination macht mich ein bisschen missionarisch, ich möchte einfach teilen, was ich so wundervoll und bereichernd finde. 

Und dann noch eine wichtige Frage: Warum heißt der Blog “bug&bee”? Käfer und Bienchen? Naja. Quilting-Bug heißt der Virus (in 2020 hat dieses Wort irgendwie seine Unschuld verloren), der Dich unweigerlich befällt, wenn Du aus Versehen zu nahe an das Patchworknähen herankommst und es ausprobierst. Zack, hat es Dich erwischt und wird stündlich schlimmer. Geht außerdem meist einher mit Stoffkaufsucht, Werkzeugsammelfieber und Garnwahn. Ich kann mir kein Gegenmittel vorstellen. Ja, ich will ja auch keins. Bug steht also für die Leidenschaft, die mich gepackt hat.
Die Quilting-Bee brummt zwar, produziert aber keinen Honig, sondern Quilts. Dieses Bild des gemeinsamen Nähens an einem oder mehreren Quilts ist für mich für so vieles: Frauen, Solidarität, Nähe, Reden, Spaß, Kreativität, also: vertrauensvolles menschliches Miteinander in einer besonders schönen Form. Geht auch ohne Nähen, und ich kann nicht genug davon bekommen.